Wieso die alten Zeitmanagement-Regeln heute meist nichts mehr bringen?

Kennen Sie das: Um ein Ziel zu erreichen brauchst Du SMARTe Kriterien?! So zumindest klingt es noch in meinem Ohr aus dem letzten Zeitmanagementseminar bei einem renomierten Management-Guru. Doch, was ist nach dem Seminar daraus geworden?

S.M.A.R.T. steht für Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch, Terminiert. Das heißt, ein Ziel sollte diesen Kriterien entsprechen. Doch unterstützt das nach diesen Punkten formulierte Ziel uns in unserem Durchhalten und erzeugt dies wirklich die “versprochene” Motivation? Dies soll in diesem Beitrag geklärt werden.

Um es gleich vorweg zu nehmen, aus neueren Forschungen weiß man, dass die bewusst nach SMART formulierten Kriterien nicht ausreichen, um dauerhaft und im Zusammenspiel der kompletten Kräfte, uns die Energie zur Verfügung zu stellen, die wir bräuchten. Gründe können u.a. im Alltag, in fehlender emotioneller Einbindung, in nicht beeinflussbaren Chefs, Mitarbeiter, Partner und den eigenen, unbewussten Anteilen liegen, welche uns unterlaufen. Wir torpedieren uns quasi selbst und damit den gesamten Verstand. Stattdessen zwingen wir uns in das “Korsett der Disziplin”. Das Ergebnis? Nun in manchen Fällen hilft’s - zumindest ein Stückchen. Doch danach, was ist dann? Was ist der Preis einer fehlenden Vision? Oder, geht es nicht einfach, einfacher?

Die gute Nachricht ist, ja, es geht einfacher und zwar in dem wir unsere Beziehungen und unbewusten Anteile nicht durch die Disziplin zurück drängen, sondern im Gegenteil uns zu Nutze machen, d.h. integrieren. Manch einer ist überrascht, wenn er zu Hause, bei seinem Partner auch mal zugibt “Ich brauche Dich und bitte Dich mir zu helfen, wie ich das oder jenes Vorhaben realisiere. Darum geht es … eine realistische Selbsteinschätzung und dann eine offene Frage: Was könntest Du dazu beitragen?” Und der Chef, der seine Mitarbeiter fragt: “Dies ist das Problem, unsere Herausforderung - welche Ideen haben Sie es zu lösen?” Was meinen Sie, gewinnt dieser oder verliert er an Renomee? Ähnlich funktioniert es auch mit den eigenen, mit den Selbst-Blockaden. Auch hier ist Integrieren einfacher als Kämpfen.

Notwendig ist dazu: Eine grundsätzlich positive Einstellung zu der Reaktion. Im NLP, dem sogenannten Neurolinguistischen Programmieren, heißt es, man unterstellt eine positive Absicht des blockierenden Anteils. Der erste Schritt ist also die Frage, nach der positiven Absicht und wenn man das verstanden hat und dies auch wert-schätzt, dann ist der zweite Schritt nach dieser Wert-Schätzung die Suche nach Alternativen, vielleicht auch kreativen Lösungsmöglichkeiten. Bei dieser Suche ist es wichtig alle Gedanken und Ideen zu zulassen. Einschränkende, kritische und realistisch gemeinte Einwürfe stoppen diesen Prozess nur und hemmen die Eifer und Kreativität. Erst wenn keine Ideen mehr kommen ist es Zeit für eine realistische oder zu verbessernede Prüfung. So können neue, zeitgemässe Lösungen zur Umsetzung von Vorhaben entwickelt werden, in denen alle Anteile des Menschen integriert sind.

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